Die Eisenbahnbrücke über die Bahnhofstraße ist marode. Sie muss erneuert werden. Darüber sind sich alle einig. Wie aber soll der Straßenausbau gestaltet werden? Die Verwaltung will den zweispurigen Ausbau stadtauswärts ab Almerfeld. Die Begründung: Dann kann der Verkehr an der Kreuzung Bahnhofstraße/ Heinz Nixdorf Ring in Stoßzeiten besser abfließen. Der Zeitgewinn betrüge eine Ampelschaltung, also 90 Sekunden.

"Wir planen hier für die nächsten 50 Jahre. Die Zunahme des Autoverkehrs in dem bisherigen Maße kann überhaupt nicht so weitergehen. In 10 bis 20 Jahren wird spätestens ein Umdenken einsetzen (müssen), wenn nicht noch eher. Warum soll jetzt mit der alten Auto-Vorrang-Politik in Paderborn weitergemacht werden?", fragt Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion/Offene Liste im Rat der Stadt Paderborn und kritisiert die vorgelegten Pläne.

Die großen Linden auf der Nordseite sollen komplett verschwinden, über 20 an der Zahl.
"Die Baumreihe ist stadtbildprägend bei der Einfahrt nach Paderborn. Künftig schaut man auf eine Lärmschutzwand, in noch nicht festgelegter Höhe.Und das für nur ganz geringe Effekte. Die Planung muss überarbeitet werden, " fordert Borgmeier.

Die Bahn muss offenlegen, warum die Brücke erhöht werden soll. Ein einspuriger Ausbau der Bahnhofstraße ist völlig ausreichend. Im Zweifel steht auch der nördliche Geh- und Radweg in Frage. Dafür gibt es Alternativen.

"Völlig entsetzt bin ich über die Zustimmung der grünen Vertreter im Bauausschuss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Paderbornerinnen und Paderborn diesen Plänen ohne Widerspruch zustimmen werden," so Borgmeier abschließend und kündigt weitere Proteste an.