„Die Hürde, die für eine Umwandlung übersprungen werden muss, ist immer noch sehr hoch. Um eine der vier infrage kommenden katholischen Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln, müssen 50 % aller Eltern dafür stimmen. Hier zählen aber alle Eltern der Schule. Auch die, die gar nicht zur Wahl gegangen sind. Wer nicht wählt, stimmt also automatisch mit nein“, kritisiert Roswitha Köllner, Mitglied im Schulausschuss, das Verfahren. „Ist das demokratisch? Würden vergleichbar Bürgermeister so gewählt, wäre unsere Stadt bei der Wahlbeteiligung schon lange ohne. Eine relative Mehrheit von 50 % würde völlig ausreichen und die Wahlbeteiligung erhöhen.“

„Es geht um ein Stück Gleichbehandlung und um ein Stück mehr Toleranz“, so Köllner. „Wenn von 21 Grundschulen 13 Bekenntnisschulen sind, spiegelt das nicht mehr die gesellschaftliche Wirklichkeit in Paderborn wider. Vor allem geht es aber auch um das Prinzip „Kurze Wege für kurze Beine“. Kinder anderer Konfession dürfen nicht ausgegrenzt und auf weiter entfernt gelegene Schulen verwiesen werden.“

Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der DIP im Rat dazu: „Selbst in Bayern gibt es seit Langem keine Bekenntnisschulen mehr. Was in Bayern normal ist, sollte auch in Paderborn in Ansätzen möglich sein. Es geht schließlich nicht um die vollständige Abschaffung der Bekenntnisschulen oder des Religionsunterrichts. Völlig unverständlich sind daher die Reaktionen von CDU und FDP im Schulausschuss. Der Liberale Christian Rörig agitiert wie ein fundamentalistischer Zentrumspolitiker. Der Christdemokratin Brunhilde Konersmann geht alles viel zu schnell. Da fragt man sich, womit sie sich in den letzten zwei Jahren beschäftigt hat.“