„Von Sachkenntnis keine Spur“, so äußert sich Roswitha Köllner, Ratsfrau der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP), zu den Begründungen, mit denen CDU und FDP den Antrag der DIP für Carsharing in Paderborn abgelehnt haben.

„Wenn selbst in Detmold sich ein Carsharing-Unternehmen niedergelassen hat, warum soll es dann in Paderborn nicht gehen?“, fragt sich Köllner, die in ihrem Antrag prüfen lassen wollte, ob die Stadtverwaltung Carsharing für Dienstfahrten einführen kann.

Das Unternehmen Cambio in Bielefeld, das deutschlandweit tätig ist, ist sogar in kleineren Städten wie Lüneburg, Uelzen und Jülich vertreten, und würde sich auch in Paderborn niederlassen, wenn sich z. B. Stadt- bzw. Kreisverwaltung als Nutzer für Dienstfahrten anbieten. „Dann wären auch verbilligte Abo-Tickets für Privatpersonen im ÖPNV in Verbindung mit Carsharing möglich“, betont Köllner und weist darauf hin, dass auch dies ein Teil des Prüfauftrages an die Verwaltung war.

Der Bundesverband CarSharing „bcs“ hat erst auf einer Fachtagung in Ahlen im September 2012 Beispiele für gelungenes Carsharing in kleinen Städten und Gemeinden vorgestellt.

„Carsharing in Paderborn ist also möglich, wenn es politisch gewollt ist“, sagt Köllner, „und wer sich schon einem einfachen Prüfauftrag widersetzt, der sieht wohl die in Paderborn von CDU und FDP immer wieder durchgesetzte Auto-Vorrang-Politik gefährdet.“ Hier bleibt die örtliche CDU sogar hinter ihrer CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag zurück, die am 30.01. 2013 in ihrer Pressemitteilung „Mehr Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge in der Innenstadt“ folgendes äußert: „Car-Sharing ist ein Gewinn für die Umwelt und Lebensqualität in den Innenstädten“ und „Car-Sharing erhöht die Parkplatzkapazität in den Innenstädten“. Wer hätte das gedacht. „Hier sollte sich die örtliche CDU dringend von ihrer Bundespartei auf den Stand bringen lassen“, sagt Köllner“, damit nicht die Stadt unter ihrem rückständigen Gedankengut leiden muss.“