Die Eltern haben entschieden: Nur die Stephanusschule wird von einer Bekenntnisschule in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt. Gratulieren darf man der katholischen Schulleiterin Andrea Woitschek und ihrem Team, die durch ihr Engagement eine Wahlbeteiligung der Eltern von 86 % erreicht haben. „Ein aussagekräftiges Ergebnis für den Willen der Eltern an dieser Schule“, so Roswitha Köllner, Mitglied für die DIP im Schulausschuss.

Die DIP hatte mit einer Plakataktion in der Nähe der Grundschulen für die Teilnahme an der Abstimmung und für die Umwandlung geworben.

Bei den katholischen Grundschulen Bonifatius, Elisabeth und Heinrich lag die Wahlbeteiligung erheblich niedriger. Und diese Schulen bleiben Bekenntnisschulen.

Was zeigen diese Ergebnisse?                                                

Abstimmungsberechtigt waren nur Eltern, deren Kinder die Schule bereits besuchen. Eltern, deren Kinder nicht der katholischen Konfession angehören, haben sich schon länger mit der Situation arrangiert, sodass deren Interesse an der Abstimmung möglicherweise nicht sehr hoch war. Anders wäre es vielleicht gewesen, wenn auch die Eltern, deren Kinder für das Schuljahr 2016/2017 bereits angemeldet sind, hätten abstimmen dürfen, denn ihre Kinder betrifft die Schulform am längsten. Die Kinder der jetzigen 4. Klasse sind gar nicht mehr von einer Veränderung betroffen, die Eltern aber abstimmungsberechtigt.

„Hier hat SPD und Grünen mit der Gesetzesänderung, die am 18.3.2015 im Landtag NRW verabschiedet wurde, bzw. bei der Bestimmungsverfahrensverordnung der Mut zur tief greifenden Veränderung gefehlt“, so Roswitha Köllner.

Auch die im Gesetz festgelegte Bestimmung, dass 50 % aller Eltern der Schule für eine Umwandlung stimmen müssen, ist eine immer noch zu hohe Hürde. Bei Wahlbeteiligungen von 55.3 % (Heinrich) und 65.5 % (Elisabeth) kaum zu erreichen. Mit einer Wahlbeteiligung von 40, 8% erreichte die Bonifatiusschule von vornherein nicht die notwendige Beteiligung.

Verpasst wurde hier die Chance der weiteren Öffnung unserer Gesellschaft. Von den 21 Grundschulen in Paderborn wird weiterhin bei 12 Schulen die Konfession bei der Aufnahme eine wichtige Rolle spielen. Kurze Wege für Schulanfänger, gemeinsamer Schulbesuch mit Nachbarskindern spielt erst an untergeordneter Stelle eine Rolle. „Hier liegt Paderborn weit hinter Bayern zurück, wo es gar keine Bekenntnisschulen gibt. Noch ein langer Weg in Paderborn ins 21. Jahrhundert“, so Köllner.