Angela Merkel hat als Vorsitzende der CDU den Koalitionsvertrag unterschrieben. Die Bewertungen dieses Regierungsprogramms allerdings sind in ihrer Partei durchaus unterschiedlich. Herausragender Kritiker sozialpolitischer Vorhaben darin ist der Paderborner Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann, Bundesvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung. In der Fraktion war er einer der beiden Abgeordneten, die dem Regierungsprogramm nicht zustimmten. Zugleich äußerte er öffentlich, es würden darin "falsche Signale gesetzt". Wichtige Projekte der Koalition seien "nicht geeignet, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten und auszubauen". Linnemann hat da exakt jene Punkte im Visier, die sein Parteifreund Karl-Josef Laumann, Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft ("Sozialausschüsse" der CDU), als besonders gelungen hervorhob: "Ein robuster Mindestlohn, neue Regeln gegen den Mißbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen, Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente, Lebensleistungsrente für Geringverdiener". Nun handelt es sich bei alledem erst einmal um Absichtserklärungen, es wird in der Koalition und auch in der CDU noch Auseinandersetzungen geben, wenn es ums Konkrete geht.

Schon jetzt stellt sich aber für christdemokratische WählerInnen die Frage: Welcher CDU haben sie ihre Stimme gegeben? Der Linnemannschen oder der Laumannschen Partei?