Stadt soll Regelung des Kreises Paderborn übernehmen

Die Öffnungszeiten der Paderborner Kitas (private ausgenommen) liegen mehrheitlich in der Zeit von 7 Uhr bis 16.45 Uhr. Was machen Eltern, deren Arbeitszeiten teilweise oder ganz außerhalb der Öffnungszeiten liegen, wenn sie keine Verwandten oder Freunde haben, die in der restlichen Zeit die Kinder betreuen? Tätigkeiten im Bereich der Kranken- und Altenpflege, im Einzelhandel und der Gastronomie bringen vor allem für Alleinerziehende dieses Problem mit sich.

Betroffenen Eltern bietet sich die Möglichkeit, für die restliche Zeit auf anerkannte „Tages“mütter zurückzugreifen. Allerdings müssen sie hier einen finanziellen Nachteil in Kauf nehmen. Denn im Gegensatz zu Beschäftigten mit „normalen“ Arbeitszeiten müssen sie für die in Anspruch genommene Kinderbetreuung doppelt bezahlen. Ihr Einkommen wird sowohl für die Stunden in der Kita als auch bei der anerkannten Tagesmutter für die Berechnung der Beitragszahlung zugrunde gelegt.

Anders beim Kreis Paderborn: Bei nachgewiesenem Bedarf werden hier die Eltern nicht doppelt zur Kasse gebeten, sondern müssen nur einen, nämlich den höheren Elternbeitrag zahlen. „Warum soll das, was in Delbrück, Salzkotten, Büren und den anderen Städten und Gemeinden des Kreises gilt, nicht auch für Eltern in der Stadt Paderborn möglich sein?“, fragt Roswitha Köllner, Ratsfrau der DIP. Auf ihren Antrag hin beschloss der Jugendhilfeausschuss nach längerer Diskussion, dass die Verwaltung prüfen soll, ob eine andere Herangehensweise eventuell analog zu der des Kreises möglich ist. „Eine Umsetzung der Regelung des Kreises wäre ein, wenn auch ganz kleiner, Schritt auf dem Weg  zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, so Köllner. „Perspektivisch wird man aber die Öffnungszeiten der Kitas in den Blick nehmen müssen. Hier sind kreative Lösungen gefragt, die keine zusätzliche Belastung der Erzieherinnen und Erzieher mit sich bringen. In anderen Städten gibt es dafür schon Beispiele.“