Paderborn (WV/pic). Fast eine halbe Million Menschen in 343 deutschen Städten teilen sich 7000 Autos. Das berichtet der Runde Tisch »Paderborner Land 100 % erneuerbar» und kritisiert, dass der Paderborner Stadtrat das so genannte »Carsharing« nicht einmal prüfen wolle.

Damit reagiert der Runde Tisch um seinen Sprecher Jürgen Wrona auf eine Entscheidung des Rates, der einen Prüfantrag der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP) abgelehnt hatte. DIP wollte geprüft wissen, ob Carsharing wie in Bielefeld auch in Paderborn möglich sei. Sprecher der Mehrheitsfraktionen und der Grünen halten Paderborn für Carsharing zu klein.

»Die Ratsmehrheit verkennt den Bedarf in der Domstadt und vertut die Chance, den Energieverbrauch zu senken«, sagt Jürgen Wrona. Carsharing sei vor allem für Wenigfahrer attraktiv, die nur gelegentlich ein Auto bräuchten.
Aus gutem Grund sei Carsharing im Klimaschutzkonzept für den Kreis Paderborn genannt. Doch der Versuch zur Einführung eines Carsharing war in Paderborn bislang erfolglos. Nach Aufruf von Bündnis 90/Die Grünen hätten sich im Vorjahr zwar 50 Interessenten gemeldet. Aber niemand sei bereit gewesen, die Initiative für eine Vereins- oder Firmengründung zu ergreifen. Auch eine Abfrage bei überregional tätigen Carsharing-Unternehmen sei erfolglos geblieben.

Dagegen werde in Osnabrück (154 000 Einwohner) in einer mit Paderborn vergleichbaren Stadt seit mehr als 20 Jahren das »Stadtteil-Auto« angeboten. Das Interesse an gemeinsam genutzten Fahrzeugen sei so groß gewesen, dass die städtischen Verkehrsbetriebe eingestiegen seien. Heute bestehe die Carsharing-Flotte in Osnabrück aus 44 Fahrzeugen, die von 750 Mitgliedern genutzt würden. 

Auch in kleineren Städten wie Koblenz und Marburg gebe es seit Jahren funktionierende Carsharing-Systeme. Der Runde Tisch sieht in einer Universitätsstadt wie Paderborn großen Bedarf für Carsharing. Stadt und Kreis sollten daher die Initiative ergreifen.

Der Runde Tisch weist auf Internet-Portale mit Nachbarschaftsautos hin. So bieten www.autonetzer.de, www.nachbarschaftsauto.de oder www.tamyaca.de auch Privatleuten aus dem Kreis Paderborn Fahrzeuge zur Mitbenutzung an.

© 2013 Westfälisches Volksblatt, Dienstag 08. Oktober 2013