Informationsveranstaltung der DIP mit der Projektentwicklerin Jana Schröder

Informierten und diskutierten zum Thema Energiegenossenschaften und kommunale Stadtwerke v.l.: Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Demokratischen Initiative Paderborn, Jana Schröder, Projektentwicklerin für Energiegenossenschaften, Stadtwerke Wolfhagen

Bei einer gut besuchten Veranstaltung der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP) zum Thema „Kommunale Energie und direkte Bürgerbeteiligung“ referierte und diskutierte die Projektentwicklerin für Energiegenossenschaften Jana Schröder. Die Expertin der Stadtwerke im nordhessischen Wolfhagen sieht die „Zukunft der Energieversorgung in einer Zusammenarbeit von Bürgern, Kommunen und Stadtwerken“.

Eine Energiegenossenschaft, wie sie in Wolfhagen realisiert sei, könne Partner von Stadtwerken sein, wenn es darum gehe, dezentrale, regenerative Energiekraftwerke vor Ort aufzubauen. Schröder: „Genossenschaften können sich an deren Finanzierung beteiligen, sie können zudem neue Anlagen bauen und betreuen.“ Mittlerweile gebe es in der Bundesrepublik 250 Energiegenossenschaften. In Wolfhagen seien die Bürger über die „BürgerEnergie-Genossenschaft“ zu 25 Prozent an den Stadtwerken beteiligt. Durch die Entsendung genossenschaftlicher Aufsichtsratsmitglieder würden die Mitglieder „Miteigentümer und Mitgestalter der kommunalen Energieversorgung“.

Ziel der Kooperation in Wolfhagen sei es, so Schröder, „eine umweltfreundliche Energieversorgung aus regenerativen Quellen in Verbindung mit einer Wertschöpfung vor Ort“ aufzubauen. Mittels eines Energiesparfonds ließen sich Energieimporte stetig senken. „Stadtwerke werden allmählich zu Bürgerstadtwerken, die eine Partnerschaft bei der Wertschöpfung aufbauen. Sie binden ihre bestehenden Kunden, zudem werden immer neue Kundenkreise erschlossen.“ Durch das Wolfhagener Kooperationsmodell entstehe eine starke Identifikation mit der lokalen Energieversorgung. Gefördert würde umweltverantwortliches Denken aller Beteiligter.

Reinhard Borgmeier, Vorsitzender der DIP-Ratsfraktion, betonte, dass mit dem Rückkauf der hiesigen Stromnetze zwar ein erster Schritt in Richtung Rekommunalisierung der Energieversorgung in Paderborn getan worden sei, der aber keinesfalls ausreiche. Zunehmende politische Unterstützung gewönne die Forderung nach kommunalen Stadtwerken. Borgmeier: „Notwendig ist der Aufbau von Strukturen für eigene, regenerative Energieproduktion und deren Vertrieb sowie die demokratische Kontrolle kommunaler Energiewerke.“