Trotz aller erfolgreichen Bemühungen der multinationen Konzerne und Finanzfonds, politische Institutionen in den Ländern Europas marktkonform zu machen, existieren immer noch störende Reste des Traums von Demokratie und Volkssouveränität, mitunter kommen dadurch sogar lästige parlamentarische Mehrheiten zustande. Deren Treiben kann zum Handelshemmnis werden, Gewinnaussichten beeinträchtigen, also braucht es Regulierung. Eine geeignete Form dafür ist in Planung: Für das TTIP-Abkommen bereiten EU-Kommission und US-amerikanische Regierung eine Instanz vor, "Regulatorische Kooperation" soll sie heißen, die Gesetzesentwürfe der nationalen Regierungen (auch solcher in Bundesländern) erst einmal von wirtschaftsnahen Freihandelskommissaren und von unternehmerischen Experten auf ihre Marktverträglichkeit hin überprüft  - bevor sie an eine Volksvertretung und in die Öffentlichkeit gegeben werden. So lassen sich Pannen im Lauf der Politik vermeiden.
 
Publik gemacht wurde dieses Vorhaben durch außerparlamentarische Protestbündnisse, attac etc., die Parlamentarier selbst mochten sich offenbar nicht damit beschäftigen. Woran zu erkennen ist: So schmerzhaft ist er gar nicht, der Abschied von demokratischen Gewohnheiten - nicht für die Profipolitiker. Ihnen bleibt genug auch in der Postdemokratie.

Grafik: www.campact.de