Drei Standorte im Stadtgebiet Paderborn. Dazu weitere in den kreisangehörigen Kommunen. Zwei unterschiedliche Tarifverträge und die gemeinsame Trägerschäft mit dem Kreis Paderborn. Über 20.000 Personen in Bedarfsgemeinschaften sind zu beraten, zu unterstützen und zu vermitteln. Kein leichter Job für den Chef des Jobcenters, Hans Werner Gailus, und seine Mannschaft. Die Ratsfraktion der Demokratischen Initiative (DIP) wollte es genauer wissen und erkundigte sich vor Ort. Hans Werner Gailus und seine Kollegen informierten anhand von umfangreichen Strukturdaten.

"Wenn 4.400 erwerbstätige Menschen im Kreis Paderborn, aufstockende ALG II Leistungen beziehen, davon 2.000 Vollzeitaufstocker, dann kann etwas mit dem Lohnniveau in der Region nicht stimmen", zog  Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender, ein Fazit.

Kritisch sieht die Fraktion die ständigen Mittel-Kürzungen im Bereich der Weiterbildung und Qualifizierung. "Gerade Langzeitsarbeitslose brauchen Anpassungsmaßnahmen an den Arbeitsmarkt", so Ilse Erhardt, Mitglied im Sozialauschuss. 

Rechtlich mehr  als bedenklich ist die Verpflichtung zur Rentenantragsstellung ab 63 Jahren. Die Betroffenen müssen dann entsprechende Rentenabschläge in Kauf nehmen. "Das ist mit unseren Vorstellungen von sozialer Würde nicht vereinbar", so Borgmeier.

FOTO: Informierten engagiert und faktenreich über die Arbeit des Jobcenter, v.r.n.l.: Günther Agethen, Leiter Zentrale Dienste, Michael Spors, stellvertretender Bereichsleiter , Hans Werner Gailus, Geschäftsführer; Mitglieder der DIP-Ratsfraktion Roswitha Köllner, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Prof. Dr. Hartmut Spiegel, Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender, Ilse Erhardt, Mitglied im Sozialausschuss