Seit dem 13. Januar funkt`s bei der DIP im Riemeke im FORUM FERDINANDSTRASSE

Mithilfe von W-LAN-Routern und Funkantennen schaffen sich Menschen in Paderborn ihre eigenen, parallelen Internets - aus Überzeugung und gegen Überwachung und Kommerz. Das Internet entwickelt sich zu einem riesigen, kommerziellen Rummelplatz, in dem sich noch dazu unliebsame Gäste wie die NSA tummeln. Die Demokratische Initiative Paderborn (DIP) setzt sich deshalb dafür ein, dezentrale Netzstrukturen aufzubauen - eigene, kleine Netzwerke, die den Nutzern gehören. Sie verbinden ihre Rechner miteinander und schaffen so ein eigenes Netz, in dem sie chatten, mailen, telefonieren oder Spiele spielen können. Überwachung und kommerzielle Interessen bleiben außen vor.

Nachdem die DIP im November in der Ratssitzung einen Prüfauftrag für eine freies W-Lan in der Innenstadt im November gestellt hatte, hat sie sich der „Freifunk Initiative“ in Paderborn angeschlossen. Schnell stand der Entschluss fest, selbst aktiv zu werden und einen Freifunk-Knoten in Betrieb zu nehmen. „Im Unterschied zum herkömmlichen Internetzugang ist der Freifunk-Netzzugang frei“, sagt Reinhard Borgmeier, DIP-Fraktionsvorsitzender. Der Datenverkehr könne frei durch das Paderborner Netzwerk fließen, ohne dass er über Provider laufen muss. „Freier Transit, freie Lizenzen, freie Software, freie Rede, Freiheit vor Zensur und der Zugang zum Internet für Menschen ohne ein großes Kommunikationsbudget, das ist unser Demokratieverständnis“, betont Borgmeier.
 
Das Computer-Funknetz hat in Paderborn inzwischen mehr als zehn Funkzellen und wächst stetig. „Freifunk kann auch eine Lösung für die schlechte Internet-Versorgung in einigen Stadteilen bieten“, nennt Henry Wolf, IT-Spezialist bei der DIP, weitere Vorteile. Für kommerzielle Betreiber sei es selbst in Teilen von Paderborn unrentabel, einen schnellen Internet-Zugang anzubieten. „Schließen sich genügend Menschen zu einem Freifunk-Netz zusammen, können genügend kostenlose WLAN-Hotspots entstehen und damit das Internet auch in diese Bereiche gelangen“, so Wolf.

Das Benutzen des Freifunk-Netzes ist einfach: Der Computer oder das Handy sucht nach verfügbaren WLAN-Netzwerken. Sobald "paderborn.freifunk.net" angezeigt wird, kann sich jeder kostenlos ins Internet einloggen. Wer sich aktiv an dem Netzwerk beteiligen und es ausbauen möchte, benötigt lediglich einen Router. Mehr Informationen bietet die Homepage www.paderborn.freifunk.net.