Zur Nominierung von Michael Dreier als CDU-Bürgermeisterkandidat erklärt Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP) im Paderborner Stadtrat:

Endlich ist die Katze aus dem Sack und die Gefechtslage wird klarer. Unbestritten eine reife politische Leistung, wenn zeitgleich Bürgermeister Paus seinen vorzeitigen Rücktritt erklärt und die Nachfolge nominiert wird, ohne dass einer der Beteiligten gezwitschert hat.

Nun will Salzkottens Bürgermeister Michael Dreier in die Fußstapfen von Heinz Paus treten. Ob die Schuhe passen werden, muss man sehen. Salzkotten ist keine Großstadt mit Oberzentrumsanspruch. Davor steht ja noch die Wahl.

Betont wird die Wirtschaftskompetenz von Dreier. Bekannt ist Michael Dreier noch als ehemaliger PESAG- und dann E.ON- Mitarbeiter. Dass er auf der kommunalen Seite die Rekommunalisierung der Netze mitverhandelt hat, wird ihm geholfen haben. Dass er seinerzeit nichts gegen die Privatisierung gesagt hat, ist ein anderes Thema.

Zwei Dinge werden deutlich:
1. In der Paderborner CDU läuft weiterhin nichts ohne die Mittelstandsvereinigung. Ohne Zustimmung von Friedhelm Koch wird in der Paderborner CDU niemand Kandidat.
2. Die Paderborner CDU ist - trotz über 60 Jahre 'Regierungsverantwortung' in der Stadtpolitik - erneut nicht in der Lage, aus den eigenen Reihen geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden. Das ist kein Zeichen von politischer Stärke.

Wenn Dreier erklärt "Zwischen Mehrheitsfraktion, Partei und Bürgermeister darf kein Blatt Papier passen" ist das ein frommer Wunsch und er unterschätzt die zentrifugalen Kräfte innerhalb der CDU. Es kann aber auch als Kritik an Paus interpretiert werden. Da passten gelegentlich ganze Bücherschränke zwischen Fraktion und Bürgermeister.