„Vor dem Hintergrund, dass sich der Alltag von Kindern und Jugendlichen z. B. durch längere Schulzeiten verändert hat, sind Freizeitangebote an Wochenenden wichtiger denn je“, meint Köllner. Für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sei dabei ein kostenloses Angebot von besonderer Bedeutung.
2010 wurden im Rahmen der von Rödl und Partner vorgeschlagenen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung mehrheitlich Öffnungszeiten von Jugendtreffs beschränkt.
Zurzeit sind in der Stadt Paderborn alle städtischen Jugendzentren für die offene Jugendarbeit an Wochenenden geschlossen. „Wir halten die Öffnung an einem Tag des Wochenendes für das Multicult, die Villa Schloss Neuhaus, Jugendhaus Heide und Jugendtreff No1 für besonders wichtig, weil diese Jugendzentren in Sozialräumen mit besonderen Bedingungen liegen. Aber dafür müssen eben personelle und finanzielle Voraussetzungen geschaffen werden“, erläutert Köllner.

Eine weitere Benachteiligung für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sieht Köllner in den Sommerferien. Denn für diese Familien ist Urlaub kaum bezahlbar.
Wenn andere Kinder von ihren Urlaubserlebnissen erzählen, stehen sie im Abseits und nehmen ihre eigene sozial benachteiligte Situation verstärkt wahr. Eine Möglichkeit, diesen sozialen Spaltungstendenzen entgegen zu wirken, sieht Köllner in mehrtägigen Ferienfreizeiten mit der Möglichkeit der Bezuschussung oder Kostenübernahme.
2017 hat die Stadt nur eine mehrtägige Fahrt in den Sommerferien durchgeführt. „Auch unter Berücksichtigung der von Wohlfahrtsverbänden angebotenen Fahrten ist das Angebot völlig unzureichend. Deshalb fordern wir, die Mittel für 5 zusätzliche mehrtägige Ferienfreizeiten für 2018 bereitzustellen“, so Roswitha Köllner. „Denn sie bieten die Möglichkeit der „Flucht aus dem Alltag, der aktiven Freizeitgestaltung und der Erholung gemeinsam mit anderen Kindern in einem anderen Umfeld.

Die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses findet statt am Mittwoch, den 6. Dezember um 17 Uhr im Sitzungsaal des Rathauses.