Wie kann es mit der Nahversorgung am Lichtenturmweg weitergehen? Über dieses Thema diskutierten am Donnerstagabend ca. 50 Anwohner in der Marienschule. Eingeladen hatte die Initiative zur Erhaltung der Nahversorgung am Lichtenturmweg, vertreten durch Peter Leppin. Auch die technische Beigeordnete der Stadt, Claudia Wanecke, Heiner Buitkamp als Vertreter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) sowie der Fraktionsvorsitzende der DIP, Reinhard Borgmeier nahmen an der Versammlung teil. Der ebenfalls eingeladene Eigentümer des Gebäudekomplexes Nahkauf konnte wohl aus terminlichen Gründen nicht kommen.

Nach der Begrüßung durch Peter Leppin wies Reinhard Borgmeier ausdrücklich auf die wichtige Bedeutung der Nahversorgung auch als soziale Funktion im Quartier hin und ergänzte: "Menschen, die nicht so mobil sind, brauchen die Nahversorgung."

Zur Frage der möglichen Umwandlung der Gebäudefläche zur Wohnbebauung nahm Claudia Warnecke Stellung, indem sie auf den Bebauungsplan der Stadt verwies, der für das Grundstück ein allgemeines Wohngebiet festsetzt. Allerdings sei noch nichts entschieden, denn "bei der Stadt ist noch kein Abrissantrag oder Bauauntrag eingegangen." Zudem sei der Schutz für diesen Standort als Lebensmittelgeschäft durch das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt gewährleistet, das insbesondere auch die Nahversorgung berücksichtige. Letztlich käme es auf die Entscheidung des Eigentümers an, welche Pläne er mit dem Standort verfolge.

Diesen Punkt griff Borgmeier auf, indem der die Stadt aufforderte Gespräche mit dem Eigentümer zu führen und nicht abzuwarten: wichtig sei es, "dass die Stadt auch auf den Eigentümer zugeht mit dem, Ziel die Nahversorgung zu erhalten." Dabei müsse dringend geklärt werden, wie die Planungen des Eigentümers aussähen.

Das sah Heiner Buitkamp von der WFG genauso: Wenn der Eigentümer bereit sei, den Standdort für die Nahversorgung zu erhalten, "dann kann die WFG auch unterstützen und potenzielle Betreiber ansprechen."

Die Frage eines Anwohners, ob denn die Möglichkeit bestände, eine Kooperative zu gründen, führte wieder auf das Thema Eigenengagement zurück. "Das geht nur durch Engagement vor Ort", so Warnecke, und es erfordert ein "gutes Zusammenspiel zwischen Eigentümern und Menschen, die die Genossenschaft betreiben." Dieser Meinung schloss sich Reinhard Borgmeier an: "Jetzt werden Ideen gebraucht, wer wen anspricht. Die Anwohner sind gefragt, Initiative zu zeigen, dann kann auch seitens Politik nach weiteren Möglichkeiten gesucht werden."

Diesen Appell griff Peter Leppin auf und wies auf eine Unterschriftenliste hin, die im Nahkauf ausliegt. Damit wird der Bürgermeister dazu auffordert, sich für die Erhaltung der Nahversorgung am Lichtenturmweg einzusetzen.