Endlich Bewegung, könnte man meinen. Nachdem jahrelang die Neubaupläne des Paderborner Bahnhofs vor sich hin dümpelten, will Bremer jetzt nicht nur ein neues Gebäude bauen, sondern gleich ein ganzes Hotel dazu.

Nach einer ersten Bewertung ist das Vorhaben bei der Ratsfraktion der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP) auf positive Reaktionen gestoßen.

„Im Vergleich zur letzten Planung der Deutschen Bahn sehen wir einen Fortschritt“, so Fraktionsvorsitzender Reinhard Borgmeier, „die Realisierung der Pläne würde zu einer deutlichen Aufwertung des Bahnhofs samt Umfeld führen“.

Der Haken an der Sache: Bremer will den Bahnhof kaufen und dann auf eigenem Grund bauen. Dazu  sollen auch gleich noch 1000 m² Bahnhofsvorplatz von der Stadt erworben werden.

Dazu Borgmeier: „Ein Bahnhof auf privatem Grund, ein Stück öffentlicher Infrastruktur, ein wichtiger öffentlicher Raum in privatwirtschaftlicher Verfügungsgewalt ist mit uns nicht zu machen. Wenn man sich vorstellt, welche Entscheidungs- und Einflussmöglichkeiten damit ein Bauunternehmen gewinnt, wäre das aus kommunaler Sicht untragbar. Da helfen auch nicht noch so ausgeklügelte Vertragsgestaltungen. Was ist zum Beispiel im Falle einer Veräußerung oder einer Insolvenz? Tendenziell würde die Stadt damit erpressbar. Wenn die Bahn schon verkaufen will, dann sollte die Stadt erwerben und vermieten. Eine Million Euro Investitionskostenzuschuss sind ohnehin schon beschlossene Sache.“