Die Kommunalwahlen sind gelaufen, Libori gerade vorbei, da kommt er wieder aus der Hecke und teilt mächtig aus, der CDU-Landtagsabgeordnete und CDU-Stadtverbandvorsitzende Daniel Sieveke. Über zwei Wochen nach der Demonstration der Palästinenser übt Sieveke eine maßlose Kritik an Emin Özel als Vorsitzenden der Schura und es stellen sich Fragen: Warum erst jetzt und warum wird auch gleichzeitig noch Ayhan Demir als ehemaliger Vorsitzender des Integrationsrats abgestraft, der weder Veranstalter war noch sonst eine politische Verantwortung trug? Gab es nicht Gelegenheiten genug, während der Libori-Feierlichkeiten die Angelegenheit direkt zu klären? Alle Beteiligten trafen mehrfach aufeinander. Das konnte ich beobachten.

Sieveke möchte sein politisches Süppchen - unterstützt (getrieben ?) von christlichen Fundamentalisten - kochen und polarisieren. Er meint die Muslime insgesamt und wird damit selbst zu einem gefährlichen Scharfmacher, unabhängig davon, ob man seine Kritik für richtig oder falsch hält.

Von politischen Scharfmachern haben wir aber schon genug. Angesichts der Tragödien im Nahen Osten bedarf es verantwortungsbewußter und besonnener Menschen. Das gilt insbesondere für politische Vertreter.

Reinhard Borgmeier