"Bundeswehr setzt auf mehr Panzer", berichten die Medien. Die Bundesministerin fürs Militärische sieht eine neue "Bedrohungslage"; der Bundesfinanzminister ist bereit, mehr Geld für die Bundeswehr auszugeben; die Rüstungsindustrie freut sich. Freude auch beim Landrat des Kreises Lippe - er hofft auf Zugewinn für die Gemeinde Augustdorf, den Standort des Panzerbataillons 203. "Wirtschaftsoptimierung" sei dort zu erwarten, "mehr Kaufkraft". Durch mehr gepanzerte "Kampfkraft".
So hat eben auch der Konflikt um die Ukraine nicht nur seine in großem Ausmaß zerstörerische und tödliche Seite, sondern auch eine kleinräumig wirtschaftsförderliche. Möglicherweise rechnen nun auch andere Gemeinden im Terrain der Senne damit, dass ihnen die wiedererwachte Vorliebe für rollende Panzer zugute kommt und die gesamten bisher britisch genutzten Flächen des Truppenübungsplatzes dann von der Bundeswehr und ihren Kampffahrzeugen "belebt" werden. Dadurch ein Aufschwung an Kaufkraft zum Beispiel auch für Sennelager?  
Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Aber propagandistisch hat sie ihren Gebrauchswert.

Foto: Ursula von der Leyen beim Truppenbesuch in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf

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