Die Fußballerei, ein Volkssport, angetrieben durch Freude am Spiel, durch reine Begeisterung? Ja ja, aber das ist, seitdem es ums Professionelle geht, ein sehr unvollständiges Bild, vor allem bundesligistisch betrachtet. "In der Kommerz-Arena" überschreibt die F.A.Z. ihren neuesten Kommentar dazu: Eine "Spielplanrevolution" sei zu erwarten, heißt es darin; die deutsche Bundesliga müsse sich britischen Bräuchen anpassen, die Spieltage "dehnen und strecken". Der Grund: So lassen sich höhere Einnahmen erzielen durch mehr Übertragungsgeld von den TV-Sendern. Wie die "Kräfte der Kommerzialisierung" auf den Fußball einwirken, sei auch an folgendem zu erkennen: Erstmals habe ein unternehmerischer Milliardär ganz offiziell die Führung in einem Bundesligaclub übernommen (TSG 1899 Hoffenheim), und Unternehmen wie VW und Red Bull "verlangten ebenfalls immer mehr Einfluß für ihr Geld", das sie in den Fußball stecken.
 
Mäzene, die auch lästig werden können? So ist es nicht, von Mäzenatentum, von sportbegeisterten Geschenken kann in der obersten Ebene des fußballerischen Geschehens gar keine Rede sein.
 
Hier geht es ums profitable Investieren, es gelten ganz profan die Regeln von Kapitaleinsatz und Gewinn. Die großen Fußballclubs sind in allerlei unternehmensrechtlichen Finessen als Kapitalgesellschaften tätig, ihre Investoren oder unternehmerischen Teilhaber (meist etwas ungenau als "Sponsoren" bezeichnet) erwarten, dass nicht nur der Ball, sondern vor allem der Rubel rollt. Der Profifußball ist auch in der Bundesrepublik zu einem milliardenschweren Geschäft geworden. 
Allerdings bestehen in diese Branche spezifische Bedingungen: Zahllose "kleine", nicht kommerzialisierte Vereine müssen den "Stoff" liefern, aus dem dann die großen Fußballunternehmen Gewinn erzielen:
 
Spielernachwuchs, Aufmerksamkeit für die Sportsorte usw. Und für die Chance eines Vereins, aufzusteigen in die profitablen Höhen des Fußballgeschäfts, werden öffentliche Subventionen erwartet. Auch der Fußballmarkt, so puristisch ist er nicht, nimmt gern den Staat bzw. die Kommunen finanziell zur Hilfe.