Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der DIP im Stadtrat und Mitglied des Bauausschuss: „Uns war und ist es wichtig, die Meinung und Ideen der Anwohner/innen zu erfahren“ und Peter Leppin, als Einlader und für die DIP im Sozialausschuss der Stadt Paderborn ergänzte: „Die Menschen habe einen Anspruch darauf, wohnortnah einkaufen zu können.“ Die Stadt habe eine Verpflichtung, bei der Sicherstellung der Nahversorgung zu unterstützen.

Anwohnerin Etta Mimkes, die bereits seit 27 Jahren hier wohnt, bedankte sich ausdrücklich bei der Belegschaft des Nahkaufs und lobte deren Freundlichkeit. „Ich habe hier immer sehr gerne eingekauft, und auch meine Kinder konnte ich gut zum Einkaufen schicken, denn hier gibt es ja keine Autos. Mittlerweile kaufen auch meine Enkel hier ein, wenn sie bei uns zu Besuch sind.“

Reinhard Borgmeier wies auf die Bedeutung eines Lebensmittelgeschäftes für das Quartier: „Der Nahkauf heißt genau so, weil er fuß läufig – nah – zu erreichen ist. Das schafft Möglichkeiten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, das schafft Kommunikation und verhindert unnötige Verkehrsbelastungen“. Allerdings müsse ein Markt natürlich auch wirtschaftlich funktionieren.

Peter Leppin betonte: „Der neue Eigentümer ist zu Gesprächen bereit. Er will auch verhandeln und verlangt keine überzogene Miete. Allerdings ist es auch die Kundschaft und somit das Kaufverhalten des Einzelnen, das zum Erhalt des Ladens beiträgt.“

Auch Lehramtsanwärterin Eva Duve ist der Meinung, dass das Lebensmittelgeschäft unbedingt erhalten werden muss. „Der Nahkauf bedeutet für mich auch ein Stück Lebensqualität im Quartier. Wenn ich nach meinem Arbeitstag nach Hause komme, dann bin ich froh, meinen Einkauf in Ruhe um die Ecke erledigen zu können und mich dafür nicht nochmal ins Auto setzen zu müssen.“ Genau wie vielen hier ist ihr klar, dass der Umsatz für den Ladenbetreiber stimmen muss und sie stellt sich die Frage, „was kann gemacht werden, damit hier mehr Leute einkaufen?“

Der hohe technische Investitionsbedarf könnte das entscheidende Problem für einen neuen Betreiber werden. Hier müssten Lösungen mit dem Eigentümer gesucht werden, so die einhellige Meinung vieler Anwohner.

„Ein Bauantrag liegt noch nicht vor“, konnte Borgmeier über Recherchen bei der Verwaltung berichten, „es stellen sich jetzt eine Reihe von baurechtlichen Fragen, die gemeinsam mit der Politik diskutiert werden müssen. Dazu brauchen wir jetzt dringend Ihre Unterstützung. Deshalb ist es so wichtig, dass so viele von Ihnen heute gekommen sind. Wir brauchen jetzt den politischen Druck.“

Eine Unterschriftensammlung macht bereits die Runde. Die DIP prüft jetzt die Voraussetzungen für eine weitere Versammlung mit den beteiligten Akteuren. Diesmal in richtigen Räumlichkeiten.