Das Hauptproblem des Handels ist eher die fehlende Kaufkraft großer Bevölkerungsteile. Deutschland ist Europameister im Niedriglohnsektor (20 % der Beschäftigten) und dazu gehören auch große Teile des Handels. Übrigens ein Grund für die ökonomische Stärke der Bundesrepublik. Die Frage ist nur: Wer bezahlt das eigentlich und wer profitiert davon? Deshalb sind viele Beschäftigte im Handel auch auf jedes Zubrot angewiesen. Wer wirklich etwas für den Handel tun will, muss sich für höhere Löhne und Gehälter einsetzen. Dafür scheint dem Unionspolitiker das Gespür zu fehlen

Das feine Gespür fehlt dann auch in Punkto Rechtsprechung. Das verfassungsrechtliche Beschäftigungsverbot an Sonntagen ist dem christlichen Kommunal-Politiker keine Erwähnung wert. Ich bestreite ganz entschieden, dass die Attraktivität von Innenstädten davon abhängig ist, dass man sonntags einkaufen kann.