Wenn der Schulausschussvorsitzende Alois Lienen (CDU) öffentlich äußert, die Grundschulen in Paderborn könnten kaum noch ihren Bildungsauftrag erfüllen aufgrund der mangelnden personellen Besetzung, führt das natürlich zu Diskussionen im Schulausschuss. So geschehen in der letzten Sitzung Anfang März.
„Wenn eben dieser Schulausschussvorsitzende für die nächste Sitzung am 4. April den Kreisvorsitzenden des VBE als Referenten und seine Stellvertreterin einlädt, so reibt man sich doch verwundert die Augen“, so Roswitha Köllner, Ratsfrau der DIP und Mitglied im Schulausschuss.
Der Tagesordnungspunkt heißt explizit: Die Lehrerversorgung an Paderborner Grundschulen aus der Sicht des VBE. Der VBE ist ein konservativer Interessenverband. „Wo bleibt denn hier die Ausgeglichenheit? Warum wird nicht ebenfalls die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eingeladen, die möglicherweise eine andere Sichtweise hat?“, fragt Roswitha Köllner.
Bei direkt bevorstehenden Landtagswahlen kommt bei dieser Herangehensweise schnell der Verdacht auf, dass der Schulausschuss zum Forum für Wahlkampf gemacht werden soll.
Wäre es hier nicht die Aufgabe des Vorsitzenden für Neutralität zu sorgen? Und wer könnte besser über die Situation an den Paderborner Grundschulen berichten als die zuständige Schulaufsicht? „Diese hat Herr Lienen allerdings nicht eingeladen“, stellt Roswitha Köllner fest.