Bei Erkrankung müssen Asylbewerber und Flüchtlinge zuerst einen Krankenschein beim Sozialamt abholen, mit dem sie dann einen Arzt aufsuchen können. Dies gilt auch bei akuter Krankheit. „Dieser Zustand ist untragbar“, äußerte sich Peter Leppin von der Demokratischen Initiative Paderborn. Er stellte für die DIP-Fraktion im Sozialausschuss den Antrag auch für Asylbewerber und Flüchtlinge eine Gesundheitskarte einzuführen, wie es bereits die Stadt Bremen praktiziert. Diese „Gleichbehandlung“ erspart der dortigen Verwaltung Arbeit und beugt gleichzeitig dem Gefühl der Diskriminierung vor.

Der Sozialausschuss lehnte am Donnerstag den Antrag der DIP-Fraktion zur Einführung einer Gesundheitskarte für Asylanten und Flüchtlinge ab. Laut Sozialdezernet Walter will die Stadt erst abwarten, wie und ob sich Bund und Länder für die Einführung einer solchen Karte einigen. Dazu auch der Presseartikel in der NW vom 1. Juni: Krankenschein-NW-01-06-2015.pdf

Die Lage wird immer schwieriger. Jeden Monat müssen 40 bis 50 Flüchtlinge in Paderborn untergebracht werden. Die Wohnverhältnisse sind beengt und teilweise unzumutbar. Schon wird laut über Container-Lösungen nachgedacht.

Gleichzeitig stehen Häuser und Wohnungen leer, zum Beispiel Mehrfamilienhäuser in Sennelager. Allerdings stehen sie dem Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung. Sie werden von den britischen Streitkräften genutzt. Die Leerstände werden als Reserve für kurzfristig zurückkehrende Soldaten benötigt, so die Begründung der britischen Army.