Die Landesregierung in Baden-Württemberg unter ihrem grünen Ministerpräsidenten hat das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU zu einer großen Chance erklärt; schon deshalb sei das Projekt zukunftsweisend, weil Ba-Wü ja mit dem US-amerikanischen Markt eng verbunden ist. Kleine Verbesserungen allerdings seien anzustreben. Und wenn sie nicht durchzusetzen sind? Vermutlich wird dann Kretschmann im Bundesrat dem Vorhaben dennoch zustimmen, aus "staatsmännischer Verantwortung". TTIP ist an der Basis der Grünen wie auch der SPD durchaus umstritten.
"Bundeswehr setzt auf mehr Panzer", berichten die Medien. Die Bundesministerin fürs Militärische sieht eine neue "Bedrohungslage"; der Bundesfinanzminister ist bereit, mehr Geld für die Bundeswehr auszugeben; die Rüstungsindustrie freut sich. Freude auch beim Landrat des Kreises Lippe - er hofft auf Zugewinn für die Gemeinde Augustdorf, den Standort des Panzerbataillons 203. "Wirtschaftsoptimierung" sei dort zu erwarten, "mehr Kaufkraft". Durch mehr gepanzerte "Kampfkraft".
"Unter drei  -  und weg", überschreibt die "Welt am Sonntag" einen Bericht über Pläne von SPD, Grünen und CDU, das nordrhein-westfälische Wahlrecht so zu verändern, dass kleinere Parteien und vor allem Bürgervereinigungen in den Kommunen kaum noch eine Chance haben, Mandate zu erringen. Eine 3 (oder gar 2,5)- Prozentklausel soll eingeführt werden. Als Begründung führen die Verdränger an, auf diese Weise könnten Rechtsextremisten aus den Kommunalparlamenten herausgehalten werde, außerdem sei im Parlamentarismus "Zersplitterung" immer betriebsstörend.
Die Fußballerei, ein Volkssport, angetrieben durch Freude am Spiel, durch reine Begeisterung? Ja ja, aber das ist, seitdem es ums Professionelle geht, ein sehr unvollständiges Bild, vor allem bundesligistisch betrachtet. "In der Kommerz-Arena" überschreibt die F.A.Z. ihren neuesten Kommentar dazu: Eine "Spielplanrevolution" sei zu erwarten, heißt es darin; die deutsche Bundesliga müsse sich britischen Bräuchen anpassen, die Spieltage "dehnen und strecken". Der Grund: So lassen sich höhere Einnahmen erzielen durch mehr Übertragungsgeld von den TV-Sendern.
Trotz aller erfolgreichen Bemühungen der multinationen Konzerne und Finanzfonds, politische Institutionen in den Ländern Europas marktkonform zu machen, existieren immer noch störende Reste des Traums von Demokratie und Volkssouveränität, mitunter kommen dadurch sogar lästige parlamentarische Mehrheiten zustande. Deren Treiben kann zum Handelshemmnis werden, Gewinnaussichten beeinträchtigen, also braucht es Regulierung.

Eine in Teilen „ungewöhnliche Diktion“ kennzeichnete die Liborimahlrede von Kardinal Reinhard Marx im Paderborner "Jahr der Superlative" (Erstligaaufstieg - Fußballweltmeister - Libori). Zwar hört man es hier gern, wenn ein Vergleich von Oktober- und Liborifest zuungunsten des Ersteren ausfällt, weil diesem das Kirchen-K fehle (das ist übrigens nicht antibayerisch gemeint: Bayern-Folklore steht an der Pader hoch im Kurs). Doch was im Himmel sollte diese radikal anmutende Kapitalismuskritik?

Auch die Paderstadt braucht einen Stadtoberen, wo kämen wir sonst hin, in der Verwaltung käme Freizeitlaune auf und im Rat würde Chaos ausbrechen. Also muss ein erfahrener Mensch her, der für Ordnung sorgt, am besten ein Mann; für eine Bürgermeisterin ist es hier am Ort noch zu früh. Jetzt sind zwei Kandidaten zur Hand. Der eine ist schon Bürgermeister in Salzkotten, gilt aber als zu Höherem berufen, er soll in die Metropole des Hochstifts wechseln.

Es ist geschafft, der "kleine Parteitag" der CDU hat dem Koalitionsvertrag einstimmig Akklamation gegeben, bei zwei Enthaltungen. Noch am Morgen vor dem Treffen hatte der sogenannte Wirtschaftsflügel der Christdemokraten per BILD-Zeitung Stimmung gegen den Vertrag gemacht, Wortführer dabei waren Kurt Lauk (Vorsitzender des CDU-Wirtschaftsrates e.V.), Christian Freiherr von Stetten M.d.B. (mittelstandspolitischer Sprecher der Fraktion, aufsehenerregend durch seine Verbindung zum Rapper Bushido) und Carsten Linnemann M.d.B.(Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung).

Angela Merkel hat als Vorsitzende der CDU den Koalitionsvertrag unterschrieben. Die Bewertungen dieses Regierungsprogramms allerdings sind in ihrer Partei durchaus unterschiedlich. Herausragender Kritiker sozialpolitischer Vorhaben darin ist der Paderborner Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann, Bundesvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung. In der Fraktion war er einer der beiden Abgeordneten, die dem Regierungsprogramm nicht zustimmten. Zugleich äußerte er öffentlich, es würden darin "falsche Signale gesetzt".